OFFEN GESAGT

Hier finden sich offene Briefe an Persönlichkeiten, deren außerordentliche Leistungen wir unseren Lesern einfach nicht vorenthalten können. 


 AKTUELL: HORST D. FEUERBACH* / RENTNER UND FINANZGENIE


Hamburg, den 13. Mai 2014

Sehr verehrter Herr Feuerbach*,

obwohl bei uns Spekulationen nur ein Randthema sind, möchten wir Ihnen heute in Form dieses offenen Briefes den lange vorenthaltenen Respekt für eine unfassbare Leistung zollen. 

Die uns zugetragene Geschichte hat uns tief beeindruckt. Jahrzehntelang dienten Sie den großen Geschichtenerzählern unserer Republik. Keine Lüge - Sie haben das oft beklagt - war Ihnen zu billig. Der Lohn für die erlittenen Qualen der Mittelmäßigkeit war jedoch anständig: Am Ende Ihrer beruflichen Laufbahn erhielten Sie und Ihre holde Gattin eine stattliche Pensionszahlung. 

Danach ließen Sie es krachen. Es floss der Champagner, die Puppen tanzten, der Glanz des vergänglichen Wohlstands illuminierte das schüttere Haupt.
2005 war Schluss mit der Party, die liquiden Mittel erschöpft. Verschwunden waren das Geerbte, die virtuos unterschlagenen Unterhaltszahlungen, die widerrechtlich erschlichenen Steuererstattungen und beinahe die ganze Pension, sogar die der treuen Ehefrau. Die ließ Sie - dem Himmel sei's gedankt - weich fallen und zahlte. 

Sieben Jahre später geschah das Wunder. Inmitten einer Immobilie, in der Sie sich das notariell beglaubigte Recht des mietfreien Wohnens auf Lebenszeit sichern konnten, verkündeten Sie im Kreise Ihrer Lieben und voller Stolz: "Ich habe mein Geld zusammengehalten". Das Staunen war groß, ganz besonders bei denen, die Zeuge von Zuwendungen einer satten sechsstelligen Summe geworden waren, die Sie den Mitarbeitern einer Bank zukommen ließen, die ohnehin schon vom Steuerzahler mit Milliardensummen alimentiert wurde. 

Trotz der Großzügigkeit gegenüber dieser Bank und dem nervenaufreibenden Auf und Ab der letzten Jahre verfügen Sie heute über ein ansehnliches Vermögen liquider Sachwerte. Voller Bewunderung und auf Antwort hoffend schliessen wir mit der spannenden Frage: Wie haben Sie das bloß angestellt, Sie Teufelskerl?

Herzlichst
Oliver Helbing
helbingfinancials.de

PS: In Ihrer Wohngegend soll ein minnesingender Greis sein Unwesen treiben, der in einem Kleinwagen mit 325 Pferden versucht, unterschlagenes Familienvermögen über die Grenze zu schaffen. Für Hinweise an das AK Ochsenzoll, das Bundeskriminalamt, das FBI oder ganz unbürokratisch an unsere Redaktion wären wir Ihnen dankbar.


*Name von der Redaktion geändert. Da Herr Feuerbach keine Person des öffentlichen Interesses ist, wurde auch die Anschrift unkenntlich gemacht. Wir bitten um Verständnis.

©helbingfinancials.de

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